Wir machen mit! Und jetzt?

Ihr möchtet mit eurem Stamm beim Pfadfindertag 2016 mitmachen, wisst aber nicht so recht wie die Sache angegangen werden soll? Die folgenden Hinweise sollen euch dazu einen kleinen Überblick geben.

Wie wollen wir uns beteiligen?

Zunächst einmal solltet ihr euch überlegen, was ihr überhaupt machen möchtet, denn die Möglichkeiten sind vielfältig. Dabei solltet ihr die individuellen Gegebenheiten in eurem Heimatort, aber auch die eures Stammes im Auge behalten. Ein kleiner Stamm auf dem Land hat andere Möglichkeiten, aber auch Einschränkungen, als ein großer Stamm in der Stadt. Ihr solltet vorab überlegen, ob ihr mit dem ganzen Stamm oder mit einzelnen Altersstufen aktiv werden wollt. Außerdem solltet ihr euch überlegen, ob ihr Flüchtlinge in eure Aktion mit einbinden wollt – und wenn ja, ob ihr eine bestimmte Gruppe im Auge habt (Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene). Das ist immer besonders gewinnbringend für alle Beteiligten, erfordert aber auch in aller Regel mehr Aufwand.

Zu guter Letzt: Wollt ihr eine einmalige Aktion zum Pfadfindertag durchführen oder strebt ihr ein längerfristiges Engagement an?

Wie ist die Situation in unserem Ort?

Informiert euch, wo Geflüchtete in eurem Ort untergebracht sind, und tretet an die zuständigen Stellen heran. Dies kann die Kommune sein oder auch ein Wohlfahrtsverband. Dort kann man euch sicherlich sagen, welche Form der Aktion als besonders sinnvoll angesehen wird. Immer hilfreich ist es, mit der örtlichen Willkommensinitiative Kontakt aufzunehmen. Dort weiß man, was es schon alles gibt und was gebraucht wird. Vielleicht möchtet ihr ja auch eine bereits laufende Aktion unterstützen? Es schadet nichts, wenn ihr schon mit einer Idee an die jeweilige Stelle herantretet. Seid aber nicht enttäuscht, wenn man euch diese wieder ausredet. Zum Beispiel ist ein Kinderfest natürlich nur sinnvoll, wenn auch geflüchtete Kinder da sind…

Grundsätzlich lässt sich unterscheiden zwischen den Menschen, die in einer Erstaufnahmeeinrichtung oder Notunterkunft leben und noch auf eine Registrierung warten und denen, die einer Gemeinde im Laufe des Verfahrens zugewiesen wurden. Erstere Gruppe wird sich häufiger verändern und weiterverteilt werden, so dass hier einfache Formen der Beschäftigung und Versorgung vordringlich sind. Die zweite Gruppe ist eher beständig und kann daher auch für Aktionen zur Integration über einen längeren Zeitraum angesprochen werden, z.B. Sprachtraining.

Was wollen wir machen?

Wenn ihr die ersten grundlegenden Informationen eingeholt habt, dann könnt ihr überlegen, was für euch und die geflüchteten Menschen vor Ort sinnvoll ist. Wir möchten euch auf dieser Seite einige kleine Vorschläge machen, wie wir für besonders sinnvoll und praktikabel halten. Natürlich sind aber viele weitere Aktionsformen denkbar. Beachtet dabei auch die jeweilige Zielgruppe.

Was müssen wir bei der Planung beachten?

Wollt ihr eine Aktion durchführen, bei der ihr geflüchtete Menschen mit einbindet, so gilt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Sprache: Brauchen wir Dolmetscher*innen oder können die Menschen und unsere Stammesmitglieder ausreichend Deutsch bzw. Englisch, Französisch oder eine andere gemeinsame Sprache?
  • Kontaktaufnahme: Die meisten geflüchteten Menschen sind noch nicht lange in eurem Ort und werden deshalb noch sehr unsicher sein. Ihr erreicht sie nicht mit einem einfachen Flugblatt, in dem ihr auf eure Aktion aufmerksam macht. Ein verbindlicher Kontakt sollte deshalb im Vorfeld hergestellt werden – entweder direkt zu den Geflüchteten selbst oder – wenn ihr eine größere Veranstaltung plant – zu Sozialarbeiter*innen vor Ort, die vermitteln können.
  • Angebote für Kinder: Bedenkt, dass Eltern ihre Kinder nicht ohne Weiteres alleine lassen, schon gar nicht in einem fremden Land. Wenn ihr also etwas plant, bei dem geflüchtete Kinder und Jugendliche teilnehmen sollen, dann schafft auch ein Angebot für deren Eltern, das gleichzeitig in der Nähe stattfindet. Auf dieser Seite findet ihr auch eine Selbstdarstellung unseres Verbandes auf Arabisch und Englisch zum Download.

Ihr habt noch Fragen?

Jede Situation vor Ort ist unterschiedlich und eure Aktionen sind es auch! Deshalb kann diese allgemeine Darstellung letztlich natürlich nur eine Richtschnur sein. Als Pfadfinderin und Pfadfinder seid ihr aber prädestiniert, mit Engagement und Improvisationsvermögen alle Steine aus dem Weg zu räumen. Dennoch kann ein Punkt kommen, wo ihr Rat sucht, der euch vor Ort nicht gegeben werden kann. Gerne helfen euch Ansprechpartner*innen aus dem DPV weiter, die sich in verschiedenen Bereichen der Flüchtlingsarbeit bestens auskennen. Ihr findet diese im Heft zum Pfadfindertag. Das gibt es auch hier auf der Seite zum Download.

Anmelden nicht vergessen!

Damit wir einen Überblick haben, was im Rahmen des Pfadfindertages alles stattfindet, meldet euch bitte mit eurer Aktion hier auf der Seite an!